Allerheiligenspitz: Vom Seelenbrot zum Patengeschenk
Ein geflochtener Hefezopf, goldbraun gebacken und oft mit Zucker bestreut: Der Allerheiligenspitz gehört in der Oberpfalz zu den liebenswerten Traditionen rund um Allerheiligen. Paten schenken ihn ihren Patenkindern – ein Brauch, der vielerorts bis heute lebendig ist.
Seine Geschichte reicht weit über das heutige Patengeschenk hinaus. Die Wurzeln liegen im mittelalterlichen Allerseelenbrauchtum. Damals glaubte man, dass die Seelen der Verstorbenen in der Zeit um Allerseelen zu ihren früheren Wohnstätten zurückkehrten. Seelenbrote und andere Backwaren wurden für sie bereitgestellt oder an Arme verteilt. Das Gebäck war Gabe und Zeichen des Gedenkens zugleich.
Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich der Brauch. Aus dem Seelenbrot wurde vielerorts ein Geschenk der Paten an ihre Patenkinder. Geblieben ist die besondere Verbindung zu Allerheiligen und Allerseelen. Und auch wenn sich die Bedeutung verändert hat: Der geflochtene Allerheiligenspitz ist bis heute ein Stück gelebte Oberpfälzer Ess- und Brauchtumskultur.
