Plastik im Bio-Gemüse: Warum der erste Eindruck täuscht

Mehrfach sind uns in letzter Zeit auf Feldern bio-zertifizierter Gemüsebauern schwarze Folienabdeckungen aufgefallen. Der erste Reflex: Das passt doch nicht zusammen – Plastik und Ökolandbau? Doch gerade wenn es sich um Betriebe handelt, die seit Jahren konsequent auf Nachhaltigkeit setzen, lohnt sich ein zweiter Blick.

Tatsächlich kommen im ökologischen Gemüsebau heute zunehmend biologisch abbaubare Mulchfolien zum Einsatz, denn sie halten Unkraut in Schach, ohne dass Herbizide nötig wären, reduzieren die Verdunstung und helfen, die Bodenfeuchtigkeit auch in trockenen Phasen zu bewahren. Gleichzeitig erwärmt sich der Boden schneller – im Frühjahr ein Vorteil.

Biologisch abbaubare Mulchfolien sollen nach der Ernte im Boden von Mikroorganismen zersetzt werden. Ganz ohne Diskussion ist diese Lösung allerdings nicht: Die meisten Produkte bestehen nicht ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen, und über die Geschwindigkeit des vollständigen Abbaus wird weiterhin geforscht.

Dennoch gelten sie vielen Gemüsebaubetrieben als praktikabler Kompromiss zwischen Ertragssicherheit, Ressourcenschonung und Bodenschutz. Die schwarzen Bahnen auf dem Acker sind daher oft weniger Widerspruch als Ausdruck einer Suche nach funktionierenden Lösungen im nachhaltigen Anbau.