Spargelfolien – müssen die sein ?

Schön sind sie nicht – die weißen und schwarzen Bahnen, die von März bis Juni die Spargelfelder prägen. Schnell ist dann von „Plastifizierung“ der Böden und einer Verschandelung der Landschaft die Rede. Doch ist diese Kritik wirklich gerechtfertigt?

Folien schaffen ein gezieltes Mikroklima. Wird die schwarze Seite nach oben gelegt, erwärmt sich der Boden schneller und der Erntebeginn kann um entscheidende Wochen vorverlegt werden. Bei steigenden Temperaturen kommt die weiße Seite zum Einsatz: Sie reflektiert das Sonnenlicht und ermöglicht so eine gleichmäßigere und längere Ernteperiode. Gleichzeitig schützen die Folien vor Starkregen und Frost. Sie halten Niederschläge von den Spargeldämmen fern – ein Vorteil für die gewünschte lockere Bodenstruktur. Das Wasser fließt seitlich ab und gelangt auf diesem Weg dennoch zu den Wurzeln. <!–more–>

Da sich der Spargelkopf durch Sonneneinstrahlung innerhalb kürzester Zeit verfärbt, muss weißer Spargel vor dem Durchstoßen der Erdoberfläche gestochen werden. Das erfordert viel Erfahrung, ist zeitaufwendig und führt oft zu Ernteverlusten. Folien ermöglichen es hingegen, das Durchbrechen abzuwarten und erst dann effizienter zu ernten.

Zudem begrenzen sie den Wildkrautwuchs und machen den Einsatz von Herbiziden weitgehend überflüssig. Hochwertige Folien sind langlebig, halten bis zu 20 Jahre und lassen sich fachgerecht entsorgen.

Ein Blick in die Praxis zeigt: Selbst ökologisch wirtschaftende Betriebe setzen auf diese Technik und verteidigen sie entschieden. Nicht selten heißt es: „Ohne Folien hätten wir den Spargelanbau schon vor Jahrzehnten aufgegeben.“